1958 wurde Roland Pöllnitz in Wolmirsleben, einem kleinen Dorf in der Magdeburger Börde, als erster Sohn vomn Hannelore und Peter Pöllnitz geboren. Wenig später zogen meine Eltern nach Magdeburg, wo ich eine unbeschwerte Kindertage erlebte und eine solide Schulbildung genoss. Erste Tagebuchnotizen aus dieser Zeit wurden später unter den Titeln: "Meilen laufen und Schuhe putzen" und "Na denn!" veröffentlicht.

Nach seinem Abitur 1977 studierte er zunächst an der Universität Magdeburg allgemeinen Maschinenbau; eine prägende Zeit, die ihn an die klassische und moderne Literatur heranführte und durch Ost- und Südosteuropa trieb.

Im November 1981 heiratete er. Im Jahr darauf wurde sein Sohn Sascha geboren. Nach seinem Diplom war er bei einem großen Armaturenkonzern angestellt, stieg die Karriereleiter nach oben, war aber immerfort auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Die erste große Zäsur gab es 1989 mit dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung der deutschen Staaten.

Der anfänglichen privaten und beruflichen Euphorie folgte nach zwei Jahren der erstmalige Absturz in die Arbeitslosigkeit. Wie hatte er gegen die Irrtümer des Sozialismus gekämpft, nun war er zum Sklaven des freien Marktes geworden. Beim Neustart als Verkäufer musste er allerhand Lehrgeld zahlen. Schon bald stellte er fest, dass mir für die freie Marktwirtschaft die notwendige Ellenbogenkraft fehlte. Es folgte der freie Fall in die Insolvenz und ins seelische Chaos. Diese Phase wurde zur schlimmsten Zeit seines Lebens. Er fürchtete sich vor den Menschen, suchte die Einsamkeit, bis er erkannte, dass er nur nach dem täglichen Wunder suchen musste.

In kurzer Zeit entstanden mehrere Gedichte und kurze Erzählungen. Eine Reise in die Berge des Tienschan in Zentralasien veränderte zum zweiten Mal sein Leben radikal. Eine wohlige, menschliche Wärme strömte ihm entgegen. Götter offenbarten ihm ihre Weisheiten und die schneebedeckten Gipfel raunten ihm mythische Legenden ins Ohr. Die Reiseerzählung "Die Perle vom Tian Shan" war eine gefühlvolle Aufarbeitung seiner Erlebnisse, voller Liebe für dieses Land, seiner Menschen und die Freunde, die er dort gewonnen hatte.

Die Talsohle des Lebens war durchschritten, die Wunder eines jeden Tages fanden Ausdruck in unzähligen Gedichten und Erzählungen. Der Sinn seines Lebens schien erreicht, aber war er wahrhaftig glücklich? Diese Frage konnte er nicht mit einem spontanen Ja beantworten. In ihm schlummerte eine Sehnsucht nach Liebe, Wärme und Zärtlichkeit.

Erst der poetische Dialog mit Lydia Kirchesch und die Liebe zu ihr erfüllte diese gewaltige Sehnsucht. Endlich war er einem Menschen begegnet, dem die Fähigkeit, für einen geliebten Menschen Wärme, Geborgenheit und Liebe zu empfinden, gegeben ist und der zudem das Talent hat, seine Gefühle in Worte zu kleiden. Folglich konnte er nur mit ihr nach seinem Herzinfarkt ein neues Leben beginnen. Die zarten Triebe ihrer Liebe wurden in dem Gedichtband "Schwanengesänge" zur Poesie.

Krönender Höhepunkt der Liebe wurde 2010 die romantische Dichterhochzeit Roland und Lydia Pöllnitz.